Samstag, 15. Juli 2017

Rezension | "Trinity – Bittersüße Träume" von Audrey Carlan

Ullstein | eBook | 320 Seiten | 14. Juli 2017 | 978-3548289373 | Trinity (#4)

"Tommy würde wollen, dass ich weitermache und mein Leben lebe. Ein Leben ohne ihn." // 1 Prozent


Reihenfolge der »Trinity«-Reihe:

Verzehrende Leidenschaft (1)
Gefährliche Nähe (2)
Tödliche Liebe (3)
Bittersüße Träume (4)
Brennendes Verlangen (5)


Sie ist die Frau seines Lebens. Doch er darf sie nicht lieben. Der vierte Band der Trinity-Serie
Das Leben von Maria de la Torre liegt in Scherben: Thomas, die Liebe ihres Lebens, wurde als Polizist im Dienst getötet, als er Marias beste Freundin Gillian Callahan vor einem irren Stalker retten wollte. Thomas‘ Zwillingsbruder Red sieht Maria auf der Beerdigung zum ersten Mal und versteht sofort, warum sich Thomas in die temperamentvolle Tänzerin verliebt hatte. Doch die Freundin seines toten Bruders ist für ihn tabu. Bis plötzlich der Mann auftaucht, der vor Jahren beinahe Marias Tanzkarriere zerstört hätte. Red will alles tun, um Maria zu beschützen. Doch je näher er ihr kommt, umso stärker wird seine Leidenschaft ...

 
» Da in diesem Beitrag ein Reihenteil rezensiert wird, werden Spoiler zu vorherigen Teilen nicht ausgeschlossen! «


Die drei Hauptbände der "Trinity"-Reihe habe ich dieses Jahr bereits gelesen und rezensiert, weswegen ich natürlich sehr gespannt darauf war, was die beiden Zusatzbände zu den Protagonisten Maria und Kathleen für den Leser noch bereit halten. Zwar wurde der Erscheinungstermin des vierten Bandes – Bittersüße Träume – zu meinem Missfallen mehrfach verschoben, aber jetzt ist er endlich da: Und hat mich leider nicht so umgehauen, wie ich es nach den ersten drei gelungenen Bänden erwartet hätte.

Den Klappentext hatte ich schon lange, bevor ich die ersten drei Bände beendet hatte, gelesen und mich daher schon ein bisschen gespoilert. Völlig begeistern konnte er – der Klappentext – mich schon im Vorhinein leider nicht. Normalerweise mag ich traurige Geschichten sehr gerne, emotionale Hauptprotagonisten, die in ihrem Kummer ertrinken und nachher wieder aufblühen können ebenfalls. Aber für mich müssen die Geschehnisse logisch aufgebaut sein, es muss gut erklärt werden und die Gefühle der Protagonisten müssen verständlich sein. Ich mochte Thomas schon von Anfang an sehr gerne und habe auch gerne über die Beziehung zwischen ihm und Maria gelesen. Natürlich war ich dann sehr traurig, als er gestorben ist und Maria mit ihrer schrecklichen Vergangenheit und ihrem Vertrauensproblem alleine zurücklässt. Dass sich dann Maria nach Thomas' Tod zu dessen Bruder – Zwillingsbruder! – hingezogen fühlt, fand ich von Anfang an falsch. Zusätzlich fand ich es auch richtig schade und traurig, wie die Autorin mit Thomas' Tod und der neuen Leidenschaft und Liebe zwischen Maria und Eli umgeht.

Die ehemalige Beziehung zwischen Thomas und Maria wird dabei dauernd hinterfragt, schlechte Tage und Entscheidungen hervorgekramt und diese als Rechtfertigung genommen, dass es zwischen den beiden ja sowieso nicht so rund lief. Vermutlich sieht das nicht jeder so engstirnig wie ich, aber auf mich machte es durchgehend den Eindruck, als wolle man die Erinnerung an Thomas schlecht reden, als wolle man dem Leser vermitteln, dass Thomas sowieso niemals die richtige Wahl war, dass Maria ihn ohnehin nie wirklich geliebt hat und es daher auch vollkommen in Ordnung ist, nach ein paar Wochen Trauer mit dem Bruder des Toten zusammen zu kommen. Es hat einen sehr bitteren Beigeschmack hinterlassen, vor allem, da man Thomas aus den vorherigen Bänden kennt und genau weiß, warum und wie er gestorben ist. Ich hatte schlimme Befürchtungen bezüglich des Plots und sie wurden leider auch größtenteils erfüllt. Mir hat die Entwicklung leider gar nicht gefallen.

Dazu kommt, dass der Nebenplot, der einige Spannungsbögen in die Geschichte bringt/bringen soll, doch sehr den Geschehnissen ähneln, die vorher auch Gillian schon passiert sind. Klar, Antonio war prädestiniert dafür, wieder aufzutauchen und Maria das Leben zur Hölle zu machen. Aber diese Stalker-Parallele war mir doch zu ähnlich zu Daniel und Gillian und konnte mich daher ebenfalls nicht wirklich überzeugen (auch wenn sie spannend aufbereitet war).


Mein Lichtblick bei diesem Buch waren definitiv die Charaktere. Zum einen habe ich mich sehr gefreut, dass auch die anderen Freundinnen – Kat, Gillian und Bree – weiterhin eine große Rolle spielen und auch Chase und Phillip ihre Momente haben. Zum anderen mochte ich Maria schon von Anfang an. Ihre fraglichen Entscheidungen in diesem Buch konnte ich meistens ausblenden und ihre Gewissensbisse haben mich auch ein wenig entschädigt. Sie merkt schon recht schnell und auch recht lange, dass es in irgendeiner Art und Weise nicht in Ordnung ist, sich auf Eli einzulassen, aber aufgrund der Anziehung zwischen den beiden kommt sie auch einfach nicht so wirklich aus ihrer Haut.

Wenn man davon absieht, dass Eli (auch Red genannt, aber Eli gefällt mir besser) immer wieder als der bessere, hübschere, attraktivere Bruder dargestellt wird, konnte ich auch ihn ganz gut leiden. Dass er wirklich besser zu Maria passt und sie besser ergänzt, kann ich nicht bestätigen. Aber wie oben bereits geschrieben, mochte ich Thomas auch einfach sehr gerne und hatte gegen seinen Bruder wohl schon von Anfang an gewisse Vorurteile. Ansonsten hat es mir sehr gut gefallen, dass er Maria durchgängig beschützt, mit ihrer kratzbürstigen Art einwandfrei umgeht und sich auch überhaupt nichts von der temperamentvollen Halbspanieren/Halbitalienierin sagen lässt. Beide trauern wirklich sehr um Thomas, was mich schon sehr berührt hat. Es gab sogar zwei Stellen, an denen ich einen riesigen Klos im Hals hatte, allerdings möchte ich euch diese Stellen nicht vorwegnehmen und gehe daher nicht genauer darauf ein.

Audrey Carlans Schreibstil hat mir auch diesmal wieder sehr gut gefallen. Ich habe jetzt schon acht Bücher von der Autorin gelesen und ich bin bei jedem nur so durch die Seiten geflogen. Die erotischen Szenen sind zwar manchmal ein bisschen übertrieben, aber meiner Meinung nach keinesfalls plump. Und auch bei den Spannungsbögen schafft sie es immer wieder, diese fesselnd und dramatisch zu schildern. Vermutlich mag ich einfach ihren ausgewogenen Mix aus Liebesgeschichte, Erotik und Spannung.

Sowohl der Hauptplot (die Liebesgeschichte zwischen Maria und Eli), als auch der Nebenplot (Antonios Auftauchen) von Bittersüße Träume haben mich leider, wie befürchtet, nicht wirklich überzeugen können. Jedoch mochte ich sowohl die Trauer, die an verschiedenen Stellen authentisch übermittelt wurde, als auch die Charaktere – dies hat mich als Fan der Reihe doch über den kontroversen Inhalt hinwegtrösten können. Jetzt gilt es nur noch Kat unter die Haube zu bringen ;)


 




Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar.
Habt ihr Bittersüße Träume schon gelesen?
Steht es auf eurer Wunschliste?
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

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Das Urheberrecht des Klappentextes unterliegt dem Ullstein Verlag.
Das Urheberrecht des Titelbilds unterliegt einzig und allein der Blogredaktion.

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